• Das kleine Wunder: Drei Platinspezialisten testen, wie hart die neue Platinlegierung aus dem Hause C. Hafner ist. Das Foto zeigt von links: Torsten Kauselmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Schmuckgießerei, Birgitta Hafner, Geschäftsführerin der gleichnamigen Scheideanstalt, sowie Hans Peter Barth, Geschäftsführer der egf Manufaktur. Fotos: Tilo Keller

    Das kleine Wunder: Drei Platinspezialisten testen, wie hart die neue Platinlegierung aus dem Hause C. Hafner ist. Das Foto zeigt von links: Torsten Kauselmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Schmuckgießerei, Birgitta Hafner, Geschäftsführerin der gleichnamigen Scheideanstalt, sowie Hans Peter Barth, Geschäftsführer der egf Manufaktur. Fotos: Tilo Keller

    Das kleine Wunder: Drei Platinspezialisten testen, wie hart die neue Platinlegierung aus dem Hause C. Hafner ist. Das Foto zeigt von links: Torsten Kauselmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Schmuckgießerei, Birgitta Hafner, Geschäftsführerin der gleichnamigen Scheideanstalt, sowie Hans Peter Barth, Geschäftsführer der egf Manufaktur. Fotos: Tilo Keller

25. 01. 2016

PlatinGold schafft 270 (!) Vickers

Die Trauring-Manufaktur egf hat als erster Marktteilnehmer die neue Legierung „PlatinGold“ der Scheideanstalt C. Hafner im Programm. Scheideanstalt, Gießer und Ringproduzent ziehen für „Blickpunkt Juwelier“ nach einem halben Jahr Markterfahrung ein erstes Resümee.


Im Interview

Blickpunkt Juwelier: Herr Barth, seit Oktober 2015 werden sämtliche Platin-Ringe für Ihre Top-Marken Acredo und Eduard G. Fidel in Platingold von C. Hafner hergestellt und nicht mehr in einer Platin-Kupfer-Legierung. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Hans Peter Barth: Vom ersten Moment an war ich begeistert von dieser Legierung und bin es noch heute. Es hat sowohl für den Kunden als auch für uns keinerlei Enttäuschungen gegeben. Die Materialeigenschaften sind die besten. Punkt.

BJ: Woran machen Sie das fest?

Barth: Die für mich wichtigste Qualitätseigenschaft bei Trauringen ist die Vickershärte (HV). Und Platingold ist besser als alles, was wir je gemessen haben. Einfarbige Ringe kommen auf 270 HV, normal sind 200 bis 220, mehrfarbige Ringe schaffen 240, normal sind 170 bis 180, was ein Quantensprung ist. Im Guss kommt es auf 170, normal sind 135 bis 140. Auch dieser Unterschied ist riesig, zumal die Steine bei 170 HV besser sitzen. Mit Platingold hat ein gegossener Solitär nahezu Trauring-Qualität! Kurzum: Hätte die Vickershärte von Platingold bei 210 gelegen, hätten wir uns nicht engagiert.

BJ: Herr Kauselmann, was sagen Sie als Gießer zur neuen Legierung?

Torsten Kauselmann: Wir waren an der vierjährigen Entwicklungszeit beteiligt und können abschließend sagen, dass es keine Probleme gibt. Platingold hat gute Gießeigenschaften. Der Guss ist porenfrei und weist im Unterschied zu weicheren Legierungen eine bessere Polierbarkeit auf.

BJ: Frau Hafner, Sie haben vier Jahre lang geforscht für diese Legierung. Was ist Ihr Ziel?

Birgitta Hafner: Wir haben ehrgeizige Ziele. Letztendlich geht es uns um zwei Punkte. Erstens wollen wir als Scheideanstalt unseren Kunden die beste Legierung bieten, also die mit den besten Eigenschaften. Die Erfahrungen von Herrn Barth scheinen zu bestätigen, dass wir das geschafft haben. Zum anderen merken wir, dass Platin seit dem Rückzug der Platingilde beim Verbraucher nicht mehr so stark wahrgenommen wird. Deshalb ist unser Ansatz: Wir wollen die edelste der edlen Legierungen erschaffen und haben deswegen Platin mit Gold zusammengeführt. Zudem haben wir den Edelmetallanteil von 95 auf 97,3 % steigern können. Reiner geht es nicht.

BJ: Welche Rolle spielt Platin in Ihrer Manufaktur?

Barth: Einige Scheideanstalten sagen mir, dass wir mit 27 bis 30 % am Umsatz derjenige Lieferant mit dem höchsten Platinanteil sind. Seitdem der Solitär explodiert ist, verkaufen wir auch mehr Platin. Mittlerweile werden mehr große Einsteiner in Platin als in Gold gefertigt.

BJ: Dann kommt Platingold zur rechten Zeit?

Barth: Absolut. Würde es nicht den Solitär-Hype geben, würde es weniger Bedarf am Markt geben. Damit das Gießen noch günstiger wird und Herr Kauselmann zweimal die Woche seinen Baum vollbekommt, wünsche ich mir, dass noch mehr Lieferanten einsteigen.

BJ: Auch auf die Gefahr hin, das Material nicht exklusiv zu haben?

Barth: Wir werden noch immer die Vorreiter sein und unseren Mitbewerbern gegenüber einen Erfahrungsvorsprung besitzen.

BJ: Herr Kauselmann, ist diese Legierung epochal?

Kauselmann: Mit diesem Wort habe ich so meine Schwierigkeiten. Etwas Neues auf dem Markt tut sich oft schwer, nicht zuletzt weil Bewertungen subjektiv sind.

BJ: Sie haben den Vergleich zu anderen Platinlegierungen. Ist Platingold Ihre beste Platinlegierung?

Kauselmann: Als Dienstleister bin ich dann zufrieden, wenn meine Kunden zufrieden sind – und sie sind es.

BJ: Und in Ihrem Hause?

Kauselmann: Auch ich bin zufrieden und finde, dass Platingold besser ist als andere Platinlegierungen ohne Kobalt.

BJ: Warum?

Kauselmann: Bei Platingold habe ich noch keine Pferdefüße entdeckt. Die Rauigkeit, also die Oberflächengüte, ist besser als bei anderen Legierungen. Sobald Kobalt zugesetzt ist, wird der Schmuck magnetisch. Zudem gibt es Gesundheitsbedenken. Wolfram ist eher nicht so gut gussfähig, und Iridium hat eine sehr hohe Rauigkeit.

BJ: Frau Hafner, wie geht es weiter?

Hafner: Wir wollen nicht weniger als Platin-Geschichte schreiben. Unsere Legierung soll zum Standard werden.