• Die Juweliere sind sich einig: „Die Messe lohnt sich zu 100 Prozent.“

    Die Juweliere sind sich einig: „Die Messe lohnt sich zu 100 Prozent.“


14. 12. 2015

Juweliere bekennen sich zu München

Hersteller, vor allem Newcomer, brauchen die Inhorgenta Munich, um ihre neuen Produkte dem Fachhandel vorzustellen und Kunden zu gewinnen. Aber wozu brauchen Juweliere die Inhorgenta – in Zeiten von Roadshows und automatischer Nachversorgung? Unsere Umfrage zeigt, warum der Messebesuch trotz allem für Einzelhändler wichtig ist.

Für Cornelia Rickmers ist die Inhorgenta „gesetzt und unerlässlich“. Die Inhaberin der Insel-Goldschmiede C. Rickmers mit drei Geschäften auf Amrum und Föhr geht regelmäßig die kompletten fünf Messetage nach München. „Für uns ist auch das Design Forum der Messe eine sehr interessante Plattform. Dort haben wir schon viele dann sehr erfolgreiche Themen, wie Knotenschmuck, entdeckt.“ Die Messe ist für sie essenziell, um neue, individuelle Trends zu entdecken. Für die Juwelierin, die seit zwanzig Jahren die Inhorgenta kennt, lohnt sich der Besuch daher „zu 100 Prozent“. Als Saisonbetrieb ordere sie dort einen Großteil fürs Jahr. Wie erklärt sie sich, dass 2015 weniger Kollegen auf die Messe gingen? „Ich glaube, viele wollen einfach Kosten sparen und denken, dass sie neue Trends allein durch die Lektüre der Fachzeitungen kennenlernen können.“ Aber damit tue man sich laut Rickmers keinen Gefallen. „Nur vor Ort kann man sehen, was läuft und wohin sich der Markt bewegt.“ Die Abwanderung einiger Hersteller sieht Cornelia Rickmers bereits zeitlich begrenzt: „Ich glaube, dass wird sich wieder ändern. Wenn Hersteller aktiv Kunden gewinnen möchten, ist die Messe einfach die bessere Plattform als Roadshows, auf denen sie nur den bestehenden Kundenkreis ansprechen.“

„Für uns ist München immer noch die wichtigste Messe und ein Pflichttermin seit 1975“, ist Rainer Harms von Aurum in Oldenburg überzeugt. Sein Argument: „Da hat man alles an einem Ort, denn die Inhorgenta ist die Messe, die am besten positioniert ist.“ Für ihn sind Roadshows beispielsweise keine Option: „Das schafft ja keiner mehr. Da müsste ich ja schon zwanzig Tage mein Geschäft alleine lassen. Vor allem wenn diese Hersteller dann 200 Meter weiter eine eigene Boutique eröffnen und die dann auch noch schneller beliefert wird, ergibt das für uns keinen Sinn.“ Dem Oldenburger Traditionsjuwelier ist klar: „Es sind nicht nur die ganz großen Firmen maßgeblich. Für unseren Einzelhandel sind normale, mittlere Betriebe sehr wichtig.“

Auch für Kai Behrendt von Juwelier Behrendt aus Flensburg ist München alternativlos: „Die Inhorgenta ist derzeit die einzige wirklich ernstzunehmende Messe in Deutschland.“ Seine dreiköpfige Geschäftsleitung absolviert das „Mammutprogramm“ der Messe regelmäßig von Freitag bis Sonntag. Von fixen Terminen im Vorfeld sei man aber mittlerweile abgekommen: „Man ist deutlich ungezwungener, wenn man nicht von Termin zu Termin getrieben wird“, so Behrendt. Der Fokus für ihn liege ganz klar nicht auf der Order: „Wir schreiben immer weniger Aufträge, sondern lassen uns Neuheiten zeigen und betreiben Kontaktpflege“, erklärt er. Geordert werde dann zuhause gemeinsam mit den Verkäuferinnen. Für Kai Behrendt ist die Inhorgenta Munich nach wie vor hauptsächlich wichtig, „um neue Trends zu entdecken“. Außerdem sieht er den Vorteil, dass auf der Messe auch die Firmenführung der Hersteller zugegen ist. „Selbst bei den Global Players sind die Chefs persönlich da. So kann man auch einmal in einen ernsthaften Dialog treten.“

In unserer aktuellen Ausgabe des BLICKPUNKT JUWELIER finden Sie neben weiteren Messenews außerdem ein Interview mit bastian inverun-Chef Axel Fritsch über den „Pflichttermin“ Inhorgenta Munich.