• Nicolette Naumann ist bereits seit fast drei Jahrzehnten für die Messen Ambiente und Tendence zuständig.

    Nicolette Naumann ist bereits seit fast drei Jahrzehnten für die Messen Ambiente und Tendence zuständig.

  • In den Bereichen „Giving

    In den Bereichen „Giving" und „Carat" finden sich viele Hersteller aus der Uhren- und Schmuckbranche,

  • ... die ihre neuesten Kreationen vorstellen.

    ... die ihre neuesten Kreationen vorstellen.

  • Ob außergewöhnliche Colliers, ...

    Ob außergewöhnliche Colliers, ...

  • ... im Trend liegende lange Halsketten oder ...

    ... im Trend liegende lange Halsketten oder ...

  • ... Perlencolliers – viele unterschiedliche Sparten sind vertreten.

    ... Perlencolliers – viele unterschiedliche Sparten sind vertreten.


27. 05. 2015

Tendence mit starkem Schmuck- und Uhrensegment

Nicolette Naumann, bei der Messe Frankfurt seit fast drei Jahrzehnten für die Messen Ambiente und Tendence zuständig, im Gespräch mit DERJUWELIER.at über die Handelslandschaft von morgen und die Trends von heute.

Am letzten Augustwochenende findet in Frankfurt wieder die Tendence statt, die internationale Konsumgütermesse, bei der sich – diesmal unter dem Motto „fresh.new.ideas.“ Alles rund um die Themen Wohnen und Schenken dreht. Für den Handel ist die Tendence nicht nur ein guter Ordertermin für das Weihnachtsgeschäft, sondern auch ein erster Einblick in die Neuheiten des kommenden Frühjahrs. Wir trafen Nicolette Naumann, Vice President Tendence/Ambiente, zum Gespräch.


DERJUWELIER.at: Können Sie uns einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Tendence – und des Bereichs Carat, also Uhren & Schmuck – geben?

Nicolette Naumann: Die beiden Messen gibt es seit 1948, wobei die Ambiente im Frühjahr mit dem großen Living & Dining-Segment größer und internationaler ist, während bei der Tendence auch in Hinblick auf Weihnachten der Giving und Carat-Bereich, also das Geschenksegment, im Vordergrund steht. Generell ist zu sagen, dass diese Messen vor allem für kleine und mittlere Handelsunternehmen eine hervorragende Plattform bieten. Auf Aussteller- sowie auf Besucherseite. Auf dieser klassischen Mehrbranchenmesse finden Händler eine enorme Auswahl an Produkten, mit denen sie sich vom Mitbewerb abheben können. Und Sie müssen bedenken, dass viele unserer Aussteller keinen Außendienst haben. Für diese ist die Messe das wichtigste Instrument zur Neukundengewinnung – auch aus anderen Branchen. Vorteil für die Besucher: Kleine Händler können ihr individuelles Sortiment ganz nach ihrem Ladenkonzept zusammenstellen.

DJ: Welche Bedeutung hat Carat, also die Aussteller im Segment Uhren & Schmuck?

Naumann: Bei unseren sehr genauen Besucherbefragungen haben wir ermittelt, dass rund acht Prozent der Fachbesucher in erster Linie wegen des Carat-Bereichs kommen. Bei rund 35.000 Besuchern sind das beachtliche 2.800 Personen, die vor allem das Thema Uhren und Schmuck interessiert. Dazu kommen all jene, bei denen Carat in zweiter und dritter Linie ein wichtiger Bestandteil der Messe ist.

DJ: Wie würden Sie das Carat-Angebot definieren?

Naumann: Ein Schwerpunkt ist sicher der Bereich hochwertiger modischer Schmuck mit einem Fokus auf Designschmuck. Auch hier sind immer wieder neue Ideen, frische Produkte und Designkonzepte gefragt. Um diese gezielt zu fördern, lädt die Messe Frankfurt Nachwuchsdesigner ein, sich im „Talent“-Areal für eine kostenfreie Präsentation in einem Premiumumfeld zu bewerben. Ein Bereich, der mir persönlich besonders am Herzen liegt.

DJ: Welche aktuellen Trends können Sie zurzeit feststellen?

Naumann: Waren es vor einigen Jahren vor allem die klassischen Sammelarmbänder, sehe ich heute verstärkt lange Ketten, die man persönlich zusammenstellen kann. Generell stelle ich einen Trend hin zur Semi-Individualisierung fest. Aber auch hochwertige plakative Schmuckdesigns aus Kunststoff sind ein starkes Thema. Spannend ist natürlich auch der Bereich 3-D-Schmuck, wo wir durch neue Technologien in den kommenden Jahren sicher noch viele Innovationen sehen werden. Und dann gibt es jene, die verstärkt mit archaischen oder natürlichen Materialien wie etwa Horn oder Blättern arbeiten. Und jene, die auf „Reclaimed“-Material setzen, also altes Material in neuem Kontext verarbeiten. Erfreulich ist auch, dass sich viele der jungen Designer wieder auf alte Techniken besinnen.

DJ: Sie haben Einblick in verschiedenste Branchen. Wie entwickelt sich der Einzelhandel?

Naumann: Derzeit finden extreme Bereinigungsprozesse im Einzelhandel statt. Viele traditionsreiche kleine Läden verschwinden. Zwar machen heute etwa in Frankfurt in leistbaren Seitenstraßen kleine hybride Läden mit spannenden Konzepten auf und sind sehr erfolgreich, aber á la longue verliert der klassische Einzelhandel massiv.

Zweites Problem: Viele Markenanbieter betreiben heute selbst Onlinehandel. Andererseits verlangen sie von ihren Kunden immer größere Abnahmemengen. Da kommen kleine Händler einfach nicht mit.

DJ: Wie kann man dem entgegenwirken?

Naumann: Jeder Händler muss sich überlegen: Was kann ich in meinem Laden den großen Kaufhäusern, den Filialisten wie Christ oder auch der Online-Konkurrenz entgegensetzen? Wie kann ich mich abheben und welchen Zusatznutzen kann ich meinem Kunden heute bieten? Jeder Einzelhändler sollte sich heute überlegen, welche spannenden neuen Produkte er führen kann, die sein Kunde nicht im nächsten Laden oder im Internet findet.

DJ: Gibt es mit Carat on Stage auch diesmal wieder ein Rahmenprogramm?

Naumann: Themen und Vorträge sind bereits fixiert, die genauen Zeiten können ab Mitte Juni auf unserer Homepage www.tendence.messefrankfurt.com abgerufen werden. Wir wollen mit unseren 20-minütigen Impulsvorträgen Themen aufgreifen, die den kleinen Einzelunternehmer betreffen und hier Anregungen geben. Wertvolle praxisnahe Tipps und Anregungen zur Schaufenster-dekoration gibt die Visual-Merchandising-Expertin Karin Wahl. Ihr können Besucher live beim Dekorieren zusehen. Außerdem zeigen wir mit der „Webchance Academy“, dass das Internet auch eine Chance für kleine Unternehmen sein kann.

DJ: Welche Aussteller würden Sie sich noch wünschen?

Naumann: Im Uhrenbereich würde ich mir noch einige innovative kleine Hersteller wünschen. Denn auch in diesem von großen Konzernen stark bestimmten Segment sollte der Fachhändler überlegen, ob er mit einer spannenden kleinen Marke als Ergänzung nicht neue Zielgruppen erschließen und sich vom Mitbewerb abheben kann.


Info zur Tendence

29. August – 1. September

Öffnungszeiten: 9.00 – 18.00 Uhr
Letzter Messetag: 9.00 – 17.00 Uhr

Tageskarte: Online-Ticket 18,– Kassenverkauf 22,–
Dauerkarte: Online-Ticket 30,– Kassenverkauf 34,–

Veranstalter:
Messe Frankfurt Venue GmbH
60062 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 75 75 - 20 04
online-tickets(at)messefrankfurt.com
www.tendence.messefrankfurt.com