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05. 10. 2015

„Swiss Made“-Verordnung wird verschärft

Die gerade erst vom Schweizer Bundesrat beschlossene „Swiss Made“- Verordnung setzt den Wertschöpfungsanteil von bislang 50 auf 60 %. Das wird kleine Hersteller in Schwierigkeiten bringen und großen mehr als recht sein.

Mit 1. Januar 2017 tritt die neue „Swissness“-Verordnung in Kraft. Das hat der Schweizer Bundesrat Anfang September beschlossen. Diese Verordnung soll die Marke „Schweiz“ schützen und stärken – vor allem in der Herkunftsbezeichnung. Hintergrund waren zahlreiche Klagen aus der Wirtschaft sowie von Konsumenten.

Die Marke „Schweiz“ wird gestärkt

Für Industriegüter, wie Uhren, gilt dann, dass 60 % der Gesamtkosten einer Uhr in der Schweiz geschaffen werden müssen. Derzeit liegt der Wertschöpfungsanteil bei 50 %. Die restlichen 50 % müssen, gemäß eines Abkommens von 1972, aus dem EU-Raum kommen. Bislang muss eine Uhr nur in der Schweiz zusammengesetzt worden sein und ein Werk enthalten, das dort hergestellt wurde.

Reaktion Uhrenindustrie – PRO

Die Uhrenindustrie ist durch die neue „Swissness“-Entscheidung gespalten: Für viele hochpreisige Marken und die großen Hersteller wie die Swatch Group ist diese Änderung längst überfällig. Nick Hayek (Swatch Group) begrüßt die Verordnung, obwohl sich innerhalb der Gruppe einige Marken befinden, die zum jetzigen Zeitpunkt Mühe hätten, das neue Gesetz zu erfüllen. Er geht davon aus, dass sich Komponenten, die bislang in Fernost gefertigt wurden, durch erhöhte Automatisierung auch in der Schweiz zu ähnlichen Konditionen herstellen lassen.

CONTRA

Anbieter günstigerer Marken dagegen sehen sich nun in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, weil sie stärker auf billige Arbeitskräfte in Fernost angewiesen sind und ihre Produkte künftig teurer werden dürften: Ronnie Bernheim, CEO von Mondaine (Marlox), ist gegen die Verschärfung der „Swiss Made“-Regelung. Hersteller günstiger Uhren seien dadurch gezwungen, auf noch billigere Ware aus Fernost umzusteigen. Das bedeute für den Konsumenten schlechtere Qualität zum gleichen Preis oder teurere Produkte ohne Qualitätssteigerung.

Letztlich müssen Unternehmen und Konsumenten entscheiden, wie viel das Label „Swiss Made“ wert ist.